Gesundheitswesen hinkt in Digitalisierung hinterher

Wie viele andere Branchen zwang die Coronakrise auch das Gesundheitswesen in Deutschland dazu, Prozesse und Abläufe schnell zu digitalisieren. Laut dem aktuellen eHealth Monitor von McKinsey haben insbesondere Hausarztpraxen einen großen Sprung in Richtung Digitalisierung gemacht: viele haben sich vom Fax verabschiedet, auf digitale Systeme gesetzt und vermehrt Telemedizin eingeführt.  

Kontaktnachverfolgung kaum stemmbar

Während in den Hausarztpraxen viele alte Systeme erneuert wurden, mussten an anderer Stelle Lösungen für noch nie dagewesene Herausforderungen gefunden werden. Beispielsweise musste es möglich sein, Kontakte datenschutzkonform und sicher nachzuverfolgen, um die Pandemie einzudämmen. Lösungen wie die Corona-Warn-App sind inzwischen quasi überall auf der Welt verfügbar. Die Gesundheitsämter, die diese Informationen weiterverarbeiten müssen, befinden sich seit Beginn der Pandemie im Ausnahmezustand.

Die extrem hohe Arbeitslast und der Mangel an Fachpersonal führen zu einer chronischen Überbelastung, die jahrzehntelang vernachlässigte Digitalisierung gepaart mit den extremen schnell steigenden Inzidenzzahlen sorgen dafür, dass die Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung nicht mehr stemmen können – in Berlin liegt sie nun beispielsweise in der Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger. 

Unterstützung durch digitale Lösungen

Digitale Lösungen, wie beispielsweise die Automatisierung von Prozessen, können dabei unterstützen, die überwältigende Flut an Dokumenten, Befunden und Benachrichtigungen beherrschbar zu machen.

Um Infektionsketten zu durchbrechen, müssen nicht nur Labore und Gesundheitsämter schnell und vor allem sicher Daten austauschen können. Auch Bürgerinnen und Bürger müssen schnellstmöglich informiert werden, um die notwendigen Quarantänemaßnahmen zu ergreifen. Eine Automatisierung dieser Prozesse ermöglicht es, Onlinebefunde und Quarantäne-Bescheide schneller zu verschicken.

Aktuell werden Quarantäne-Bescheide noch auf dem Postweg versendet. Alleine das Drucken und Kuvertieren der Bescheide nimmt dabei viel Zeit in Anspruch, den anschließende Postweg noch nicht mit berechnet. Zeit, in der die Betroffenen noch nicht informiert sind und damit keine Möglichkeit haben, die Infektionskette zu durchbrechen. Eine digitale Benachrichtigung, beispielsweise über eine verschlüsselte E-Mail, und ein digitaler Zugriff auf den Bescheid würde diese Zeit auf ein Minimum reduzieren und die Behörden und Gesundheitsämter entlasten. Voraussetzung ist ein entsprechender Schutz der vorliegenden, hochsensiblen und personenbezogenen Daten und eine datenschutzkonforme Identifikation der Bürgerinnen und Bürger. 

Und der wichtigste Punkt: Die Lösungen muss schnell und einfach zu implementieren sein. Denn was Gesundheitsämter jetzt nicht haben, sind Zeit und Kapazitäten, um neue Systeme einzuführen und  Mitarbeitende zu schulen.

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