Drei Jahre „Sie-wissen-schon-was“

In drei Jahren kann man sich über eine Menge ärgern. Über viele unklare Regelungen, Startschwierigkeiten oder Zusatzaufwand für das eigene Unternehmen. Man kann sich auch in Anekdoten von Kindergärten und Sportgruppen und nicht gezeigten Fotos ergehen. Und die ganzen blöden Banner, die auf jeder Webseite nerven. Die klickt man doch jeden Tag weg. Am Ende regt man sich immer wieder über die selben fünf Buchstaben auf. Wir lassen sie jetzt einfach mal weg. Das ist auch besser für den Blutdruck.

Egal, ob man sie mag oder nicht, so gut wie jeder kennt sie. Denn andauernd muss man dank ihnen irgendwo etwas unterschreiben, einwilligen oder widersprechen. Informationelle Selbstbestimmung der Bürger*innen. Das ist für viele eher lästig. Ja, jede*r muss seitdem irgendwie mehr machen. Aber haben sich nicht auch Dinge verbessert, die vorher sogar noch lästiger waren?

Wer nicht hören will, muss zahlen.

Die Kaltakquise mit gekauften Telefonlisten und ohne Einwilligung? Ist verboten! Dubiose Firmen, die persönliche Datenmassen unkontrolliert sammeln und weiterverkaufen? Funktionieren immer weniger. Im Internet jeden Klick ungefragt tracken? Dünnes Eis. Und wenn doch mal jemand solche Scherze versucht, gibt es Bußgelder, die wehtun. Die höchsten davon lagen, je nach Zählweise, im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Das ist schon eine Ansage.

Und noch etwas ist anders als 2018. Das sind die Unternehmen „von außerhalb“. Für die Bedenken, die bei uns allerorts grassierten, gab es von dort lange nicht mal ein Lächeln. Es herrschte schlicht eine komplett andere Mentalität. Vielleicht macht ein Bild diese Einstellung etwas deutlicher.

Jetzt hingegen möchten sie immer häufiger mitspielen. Denn das Spiel bekommt mehr und mehr Fans. Wer hätte das „damals“ gedacht, als alle von den Kindergärten und Vereinen redeten? Dass man am Ende dafür noch beneidet wird? Besser noch, dass quasi bei einem abgeschrieben wird? Böse Zungen sprechen sogar schon von einem Standortvorteil. Verrückte Welt.

Wenn Ihnen also das nächste Mal der Blutdruck steigen sollte, denken Sie doch an einige dieser positiven Entwicklungen. Und dafür müssen Sie die Abkürzung mit den fünf Buchstaben nicht einmal aussprechen. Hier steht die Abkürzung ja schließlich auch nicht.